Antworten auf drängende Fragen des Lebens

Liebe Kafi, ich bin seit fast 20 Jahre mit meinem Mann zusammen. Wir haben Kinder, ein Haus mit allem drum und dran. Es könnte nicht besser sein. Aber ich liebe ihn einfach nicht mehr. Irgendwann hat es einfach aufgehört, das Gefühl der Liebe. Ich bin jedoch etwas in der Zwickmühle. Wir haben nämlich immer noch unglaublich guten Sex, nicht allzuoft, aber saugut. Der Sex war von Anfang an gut und ist es immer noch. Soll ich ihn verlassen und darauf hoffen, einen Sexgott zu finden, den ich liebe? Melissa, 45

21. Juli 2017
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Liebe Melissa

Es ist etwas vom Einfachsten, einen Sexgott zu finden. Ich hatte einige. Zumindest die ersten paar Monate, danach sind sich die meisten zu hundsgewöhnlichen Liebhabern mutiert. Einen Menschen zu finden, mit dem es nach knapp 20 Jahren noch toll im Bett ist, ist da wesentlich anspruchsvoller, meine Liebe. Wenn nicht fast unmöglich. Sie haben also ein saumässiges Glück!

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Liebe Kafi Dass ich deinen Blog und deine klugen, witzigen, direkten, überlegten, feinfühligen und ehrlichen Antworten auf Fragen aller Art schon seit Langem sehr mag, weisst du ja. Wie du ebenfalls weisst, denke ich ziemlich viel nach, was so manche zwinkernde bis nörgelnde Frage zur Folge hat. Eine, die ich mir hin und wieder stelle und zu der ich gerne deine Meinung lesen würde, wäre folgende: Haben wir Menschen Gefühle oder haben Gefühle womöglich eher uns? Emma, 36

20. Juli 2017
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Liebe Emma

Haben Sie vielen Dank für Ihre lieben Worte, ich freue mich sehr darüber, dass Ihnen meine Antworten Freude bereiten. Denken macht bisweilen traurig, das wusste Udo Jürgens und das weiss auch George Steiner und Sie und ich wissen es auch. Man kann sich mit der Kraft der Gedanken wunderbar in etwas hineinschrauben, es sind da keinerlei Grenzen gesetzt, frei nach dem Motto: Schlimmer geht immer. 

Leider nutzen wir diese Fähigkeit nur sehr selten um uns in ungeahnte Höhen zu denken, dabei würde es in dieser Richtung genau so effizient funktionieren ...

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Ich habe eine magersüchtige Bekannte die sich nicht helfen lassen kann/will. Ich habe mich im Internet über die Krankheit informiert und bin dabei über den Satz "Da lernt man, wer seine echten Freunde sind", gestolpert. Nun merke ich, dass ich mich vor dem Kontakt mit ihr drücke. Sie versucht ständig die kaputte Fassade aufrecht zu halten. Das macht mich wütend/ traurig, die Krankheit ist kein Geheimnis. Ich habe mich gefragt, ob ich ihr überhaupt helfen will und habe gemerkt: Nein. Darf ich das? Hanna, 20

19. Juli 2017
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Liebe Hanna

Magersucht und Bulimie sind zwei wahnsinnig heimtückische Krankheiten. Vielen Erkrankten gelingt es wahnsinnig lang, die Sucht zu vor anderen zu kaschieren und vor sich selber zu verdrängen. Es ist gut möglich, dass Ihre Bekannte sich nicht eingesteht, tatsächlich krank und auf Hilfe angewiesen zu sein. 

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Liebe Kafi. Was siehst du es mit der Rolle der Eltern von unzufriedenen Kinder in der Öffentlichkeit? Meine Meinung ist, erst kommt das Bedürfnis der Kinder und dann erst das der Mutter bzw. des Partners. Es macht mich immer wieder traurig zu sehen, wenn dies offensichtlich nicht der Fall ist. Muss ich mich mehr abgrenzen oder was hast du für einen Rat? Vielen Dank und liebe Grüsse. Nora, 32

15. Juli 2017
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Liebe Nora

Bei vielen Fragen rate ich zu mehr Abgrenzung. Hier würde ich einen anderen Ansatz wählen. Stellen Sie Kinder auf die Welt. Mindestens zwei, besser aber drei oder vier. Und dann erziehen Sie diese nach Ihrem Vorsatz und Ihrer Ideologie. Und dann schauen wir weiter. Ok?

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