Wenn man beim ersten Date auf gar keinen Fall mit dem Mann im Bett landen möchte, sich aber trotzdem die Beine und die Intimzone penibel rasiert, belügt man sich dann selbst? Dimiona von Zorgan, 288

15. Januar 2012
1 comment

Meine Liebe Frau Kollegin Dimiona

Aber natürlich belügt man (also in diesem speziellen Fall 'frau', aber das ist reine Wortklauberei) sich da nicht selber. Weil sie tun es auch nicht wegen dem Mann, mit dem sie auf gar keinen Fall im Bett landen möchten, sondern wegen Dr. Müller, dem äusserst attraktiven deutschen Arzt in der Hirslanden Notaufnahme, der Sie behandeln wird, falls Sie unterwegs beim Aussteigen aus dem 8er am Paradeplatz zwischen den hohen Stufen und dem viel zu hohen Trottoir einen Knochenabriss erleiden und vor Schmerz darniederliegen und ohnmächtig werden.

So ist es mir vor zwei Jahren ergangen, als ich ausnahmsweise mit Turnschuhen statt richtigem Bally-Schuhwerk unterwegs war und ich hatte das grosse Glück, dass mich ein blonder Schutzengel auf seinen weichen Schoss gebettet und mit mir auf den Krankenwagen gewartet hat. Ich hatte dann etwas weniger Glück, als der obenerwähnte Arzt mich aus den engen Jeans zu befreien versuchte und ich feststellen musste, dass weder das eine noch das andere (Bein natürlich) penibel rasiert war und ich fiel darob erneut in Ohnmacht. Aber das hat den umtriebigen jungen Arzt natürlich wenig beeindruckt und er hat sich über mich gebeugt und mich zärtlich auf die flatternden Äuglein geküsst und mich auf seinen starken Armen in ein Privatzimmer im 3. Stock getragen, ÄH NEIN! Da hab ich jetzt glaubs was verwechselt. Sie müssen wissen, ich arbeite ja nebenher als Arztromanautorin und da kann es schon mal passieren, dass sich die Gefilde etwas vermischen. Soviel zu den penibel rasierten Beinen.

Welche notfallmässige Sachlage vorliegen müsste, damit eine allzeit penibel rasierte Intimzone entschuldigt wäre, muss ich noch etwas recherchieren. Da kann ich gottlob auf keine eigene Erfahrung zurückgreifen.

Mit lieben Gruss, Ihre Kafi.

P.S. Falls Sie eines Tages tatsächlich beim Herrn Müller landen sollten, dann bleiben Sie hart. Er wird Ihnen den Knochenabriss als Bänderriss verkaufen wollen und er wird dabei nachdrücklich auf dem Röntgenbild herumfuchteln und Sie zu überzeugen versuchen. Aber unter uns: Das Bild gibt nichts her und und es sind nicht gerrissene Bänder, weil die würde man ja auf einem hundskomunen Röntgenbild eh nicht sehen. Sagen Sie ihm das und schauen Sie, was passiert. Er wird Ihnen tief in die Augen schauen und sein Gesicht wird sich ihrem annähern und Sie werden sein teures After-Shave riechen können und er wird mit seiner sanften Hand ihr frisch gewaschenes Haar leicht berühren um Ihnen mit seinem verführerischen Timbre ins Ohr zu hauchen, dass er der Arzt ist und weiss, was Sache ist. Dann wird er Sie mit seinen starken Armen hochheben und in ein Privatzimmer im 3. Stock tragen und sie werden wissen, dass sich die teure Prämie für ihre halbprivate Krankenkasse endlich auszahlen wird...

Kommentare zu dieser Antwort

Sophia (nicht überprüft)
15. Januar 2012

Heerrrrllliiich diese Geschichte! Ich Lache mich bei meinem vierten Morgenkaffe unter den Tisch... Auch ich gehöre zu den Damen, die einem zu schnellen in fremde Betten gehen und meiner möglichen Unfähigkeit von einem klaren Nein, der sich zuspitzenden Spitzigkeit, mit meinen behaarten Beinen und dem ganzen Rest als Abwehrminenfeld, als ästethisch, legitimen und plausiblen Grund der Unmöglichkeit den Akt zu vollziehen, wie ein Schutzschild in meinen Gedanken spazieren führe. Und dabei ertappe ich mich immer wieder dabei, dass meine rasierten Beine meinem eigenen Wohlbefinden als Frau dienen sollten. Egal vor welchem Mann ich meine Kleider entledigen möchte oder bei einem schmerzhaften Bänderriss, müsste. Doch wie gesagt, es amüsiert mich sehr, zu lesen, dass ich nicht die alleinige Urheberin von solchen verworrenen Strategien bin.