Alltag

Liebe Frau Freitag, wie lehre ich meinen drei Töchtern sich in der Männerwelt zu behaupten, ohne dass Prinzipien wie Respekt und Freundlichkeit zu sehr aussen vor gelassen werden? Eigenartigerweise konnte ich ihnen Respekt und Freundlichkeit vermitteln, dies fiel mir sogar sehr leicht. Es gelang mir aber bisher nicht, ihnen zu zeigen, wie man mit harten Bandagen kämpft und sich (im Moment noch) gegen Lausbubenstreiche und (später vielleicht) gröberen Übergriffen wehrt. Herzliche Grüsse! Iris, 35

24. September 2017
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Liebe Iris

Ihre Frage ist grossartig, weil so wichtig und spannend und überhaupt! Danke dafür!

Wenn es Ihnen mit Leichtigkeit gelungen ist, Ihren Töchtern Respekt und Freundlichkeit zu vermitteln, dann mit grosser Sicherheit, weil Sie diese Werte selber leben und verkörpern. Und hier liegt auch schon die Antwort zur Frage selbst: Das Kämpfen mit harten Bandagen und sich gegen Streiche und Übergriffe wehren, ist vermutlich weniger Ihr Ding, weil sonst könnten Sie es hier ja auch, liege ich richtig?

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Wir haben einen Kater. Er stammt aus dem Tierheim und ist seit Anfang an (2012) sehr fordernd. Werden seine Wünsche nicht erfüllt, macht er Terror. Andererseits ist er sehr verschmust und deshalb bei meinem Mann und meiner Verwandschaft sehr beliebt. Ich bin aber die, die sich tägtäglich mit ihm auseinandersetzen muss. Ich habe einfach keinen Bock mehr (und keine Zeit, da vor ein paar Monaten Mutter geworden). Bin ich ein schlechter Mensch wenn ich ihn abgeben will? Alle andern sagen das... Emma, 29

18. September 2017
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Liebe Emma

Wenn man ein Tier aus dem Tierheim holt, ist es, als würde man die Katze im Sack kaufen. Schliesslich weiss man nicht, was das Tier bereits erlebt hat und welchen "Rucksack" an Erfahrungen es mitbringt. Sie können sich darüber ärgern, dass Sie sich das nicht genug überlegt hatten, aber hey, es hätte auch gut gehen können. Danach ist man immer schlauer. Nun haben Sie in der Zwischenzeit noch ein Baby bekommen - herzliche Gratulation dazu - und es ist verständlich, dass sie Ihre Energie anderweitig brauchen. 

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Liebe Kafi Dass ich deinen Blog und deine klugen, witzigen, direkten, überlegten, feinfühligen und ehrlichen Antworten auf Fragen aller Art schon seit Langem sehr mag, weisst du ja. Wie du ebenfalls weisst, denke ich ziemlich viel nach, was so manche zwinkernde bis nörgelnde Frage zur Folge hat. Eine, die ich mir hin und wieder stelle und zu der ich gerne deine Meinung lesen würde, wäre folgende: Haben wir Menschen Gefühle oder haben Gefühle womöglich eher uns? Emma, 36

20. Juli 2017
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Liebe Emma

Haben Sie vielen Dank für Ihre lieben Worte, ich freue mich sehr darüber, dass Ihnen meine Antworten Freude bereiten. Denken macht bisweilen traurig, das wusste Udo Jürgens und das weiss auch George Steiner und Sie und ich wissen es auch. Man kann sich mit der Kraft der Gedanken wunderbar in etwas hineinschrauben, es sind da keinerlei Grenzen gesetzt, frei nach dem Motto: Schlimmer geht immer. 

Leider nutzen wir diese Fähigkeit nur sehr selten um uns in ungeahnte Höhen zu denken, dabei würde es in dieser Richtung genau so effizient funktionieren ...

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Ich habe eine magersüchtige Bekannte die sich nicht helfen lassen kann/will. Ich habe mich im Internet über die Krankheit informiert und bin dabei über den Satz "Da lernt man, wer seine echten Freunde sind", gestolpert. Nun merke ich, dass ich mich vor dem Kontakt mit ihr drücke. Sie versucht ständig die kaputte Fassade aufrecht zu halten. Das macht mich wütend/ traurig, die Krankheit ist kein Geheimnis. Ich habe mich gefragt, ob ich ihr überhaupt helfen will und habe gemerkt: Nein. Darf ich das? Hanna, 20

19. Juli 2017
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Liebe Hanna

Magersucht und Bulimie sind zwei wahnsinnig heimtückische Krankheiten. Vielen Erkrankten gelingt es wahnsinnig lang, die Sucht zu vor anderen zu kaschieren und vor sich selber zu verdrängen. Es ist gut möglich, dass Ihre Bekannte sich nicht eingesteht, tatsächlich krank und auf Hilfe angewiesen zu sein. 

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