Familie

Liebe Frau Freitag Ich bin 62 Jahre alt, geschieden, Vater zweier erwachsener Kinder und geniesse den Zustand der wiedergewonnenen Unabhängigkeit. Aber da wäre dann meine Mutter, 86. Einerseits tut sie mir sehr leid. Demenz, körperliche Gebrechen, pflegebedürftig. Ich kümmere mich als einziger seit Jahren, wöchentlicher Besuch, sämtliche Administration. Einerseits tut sie mir sehr leid, andererseits habe ich es satt, etwas in mir wünscht, dass sie geht, loslässt. Muss ich mich schämen dafür? Walther, 62

23. März 2017
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Lieber Walther

Ihre Gedanken sind menschlicher Natur. Aus meiner Coachingpraxis weiss ich, dass wir Menschen solche Gedanken hegen, auch wenn wir uns dafür schämen. Sie wünschen sich manchmal Ihre Mutter ins Jenseits und eine Frau denkt an und ab daran, wie das Leben ohne die lieben Kinderlein wohl wäre. Natürlich erschrecken wir uns dann darüber, denn eigentlich wünschen wir uns ja nicht den Tod der Mutter oder Kinder. Aber die Freiheit, die man durch die Verantwortung verliert, die brennt halt manchmal auf der Seele. Und dann kommen solche Gedanken hoch. Nicht nur bei Ihnen. 

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Liebe Frau Freitag, ich stehe vor der schwersten Entscheidung meines Lebens - trotz Pille bin ich schwanger geworden, die Zeit drängt. Mein Freund und ich haben bereits zwei Kinder, er möchte partout kein weiteres Kind, fühlt sich zu alt dafür, meint, er hätte keine Nerven... Ich wollte auch keine weiteren Kinder, aber eine Abtreibung kann ich mir so überhaupt nicht vorstellen. Ich habe so Angst, dass ich damit nicht klar kommen werde. Bis Donnerstag muss ich entscheiden. Was soll ich nur tun? Anna, 37

20. März 2017
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Liebe Anna

Sie sind in einer schwierigen Lage und ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen. Ihr Kopf und Ihr Herz spielen verrückt, von Ihrem Bauch ganz zu schweigen. 

Damit Sie etwas Ruhe gewinnen können, sollten Sie zuerst einmal tief durchatmen. Das mag zu simpel klingen, aber wenn wir unter Druck geraten, dann atmen wir nicht mehr richtig. Und wenn wir nicht richtig atmen, können wir keinen klaren Gedanken fassen. Darum: Langsam ein und ausatmen. Bis tief in den Bauch hinein. 10 Mal. 

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