Jahr-Archiv: 2016

Liebe Frau Freitag. Ich mache die Erfahrung, dass viele Gleichaltrige wie ich in dieser Welt gedankenlos konsumieren. Damit meine ich, dass Uber genutzt wird ohne sich Gedanken zu machen was dies für das Taxigeschäft heisst, daß für einen Wochenendtrip das Flugzeug genommen wird ohne an die Umwelt zu denken und so weiter. Dies macht mich nachdenklich.... Was denkst Du darüber, wieso ist dies so? Olivia, 25

14. November 2016
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Liebe Olivia

Sie machen sich Gedanken darüber, dass andere sich zu wenig Gedanken machen. Das ist recht praktisch, denn so ist die Bilanz wieder ausgeglichen, nicht wahr? Wie kommen Sie aber eigentlich darauf, dass andere sich keine Gedanken machen? Können Sie Gedanken lesen und sind ständig mit leeren Gedankenblasen konfrontiert? Oder haben Sie diesen Eindruck im Gespräch gewonnen weil man Ihnen gegenüber gesagt hat, dass man sich dabei nichts denkt? Oder ist es einfach Ihr Eindruck, Ihr Vorurteil?

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Hallo Kafi. Ich geniesse seit nunmehr einem halben Jahr deine erfrischenden und lebensbejahenden Antworten und bin immer wieder inspiriert davon! Danke dir! Ich möchte an die heutige Antwort von dir anschliessen, weil mich das Thema schon lange beschäftigt. Wie lebt man als lebensfreudiger Mensch, der es liebt zu geniessen, zu konsumieren, zu reisen- wenn man gleichzeitig weiss, dass es für die Erde zuviel ist? Danke und lieber Gruss an dich! Lia, 37

13. November 2016
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Liebe Lia

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Frage, die genau zum richtigen Zeitpunkt in meine Mailbox geflattert ist. Die Antwort liegt in der Widersprüchlichkeit von uns Menschen. Wir alle haben grosse Gegensätze in uns und wir alle sind indifferent in unserem Handeln und Sein. Niemand von uns ist moralisch einwandfrei, aber jeder wäre es gern.

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Liebe Kafi Mir ist absolut bewusst, dass ich mit meinen 19 Jahren noch sehr jung bin, trotzdem habe ich manchmal fast ein wenig das Gefühl, etwas zu verpassen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe mein Leben und feiere (es) gerne, dennoch begleitet mich stets eine Angst, dass es noch etwas Tolleres geben könnte, etwas, das mich glücklicher macht, als ich bin; dass ich jetzt unbedingt etwas machen sollte, weil ich es in meinen Dreissigern bereuen könnte, falls ich es nicht getan hätte. Ein explizites Beispiel, was "etwas" ist, bin ich allerdings nicht im Stande zu nennen. Können Sie das verstehen? Ist das jugendlicher Unsinn? Zukunftsangst, Unsicherheit? Und hätten Sie eine Idee, wie ich diese Sorgen endgültig begraben und mein Leben in vollen Zügen geniessen kann? Ich danke Ihnen im Voraus! Liebe Grüsse Hanna

12. November 2016
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Liebe Hanna

Ja, das kann ich verstehen. Gut sogar. Ich erinnere mich, dass ich mich damals ähnlich gefühlt habe. Und auch noch heute habe ich ab und an ähnliche Schübe. Immer dann, wenn ich etwas Neues entdecke, das ich in mein Leben integrieren möchte. Eine neue Lebensweise, eine neue Philosophie oder auch eine weitere Richtung in meiner Arbeit. Ich verschlinge dann zum Beispiel alles, was es darüber zu lesen gibt und habe trotzdem noch das Gefühl, nirgends zu sein, mehr zu verpassen als zu wissen. Und dieses Gefühl ist ja auch nicht falsch.

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Ich bin seit 15 Jahren in einer Beziehung. Die Schmetterlinge haben sich gelegt & ist einer schönen Vertrautheit gewichen. Nur empfinde ich kaum mehr sexuelle Gefühle meinem Freund gegenüber. Er versucht viel, aber ich mag nicht. Ich ziehe mich zurück, wenn er gerne wiedermal Sex haben will. Und wenn, so bin ich passiv, kann mich nicht fallen lassen. Ich verstehe, dass es ihn verletzt, wenn ich ihn zurückweise & ich will das nicht. Aber ich weiss nicht, was ich tun soll. Hast du mir einen Rat? Manuela, 35    

06. November 2016
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Liebe Manuela

Was Sie mir beschreiben, erleben praktisch alle Paare früher oder später. Es ist vollkommen normal, dass die Lust mit der Zeit abnimmt, es ist eine Frage der Hormone und der Körperchemie und die ist nie so stark auf Vereinigung gepolt, wie zum Anfang einer Beziehung. Bereits nach wenigen Monaten müssen die "fickmichständigundüberall" Launen dem Programm für Bindung und Nähe Platz machen. Das ist genau die Vertrautheit, die Sie jetzt erleben. Ein sehr schönes und starkes Gefühl, aber leider nicht unbedingt förderlich für die Libido.

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