Jahr-Archiv: 2014

Heute hat sich nicht zum ersten Mal folgende Geschichte abgespielt: Ich sass im Zug, wie jeden Tag, da ich nach Bern pendle. Am Bahnhof nahm ich eine Gratiszeitung mit. Im Zug legte ich sie vor mir auf das Tischlein. Um meine SMS zu checken, nahm mein Handy nach vorne. In diesem Moment schnappte sich die Person vis-a-vis (die vor mir im Zug sass und somit mitbekommen hat, das ich die Zeitung brachte) meine(!) Gratiszeitung. Ich wurde innerlich wirklich sehr wütend, traute mich aber nicht zusagen "das isch mini zitig!" oder so etwas... wäre es unanständig gewesen, etwas zu sagen? Was hätte ich sagen sollen? In Zukunft muss ich die Zeitung auf meinem Schoss behalten. Bin ich zu heikel, dass ich von den Leuten erwarte, mich vorher zu fragen? Ist es selbstverständlich, dass ich keine Besitzansprüche auf etwas habe, das offensichtlich gratis war? Es käme niemandem in den Sinn, sich mein Buch zu schnappen… Karin, 23

03. Oktober 2014
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Liebe Karin

Nein, Sie sind sicherlich nicht zu heikel, wenn Sie Ihre Zeitung gerne selber lesen würden, bevor sie sich ein anderer unter den Nagel reisst. Aber etwas anderes sind Sie dafür: Nämlich furchtbar empfindlich und kompliziert.

Sie grämen sich lieber heimlich und innerlich und schreiben mir dann am anderen Tag diese Frage, anstelle dass Sie ein ganz einfaches und simples Sätzli sagen. Wie zum Beispiel: «Au Entschuldigung, aber ich habe diese Zeitung noch gar nicht gelesen. Gerne gebe ich sie Ihnen wieder, wenn ich damit fertig bin.»

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Liebe Kafi, mich würde einfach von dir interessieren, wie du über die heutigen Frauen in deiner Generation denkst. Denen Küche, Kochlöffel und Kochrezepte so fremd sind wie einem Japaner Fisch und Käse ...... ? Mittlerweile kenne ich viel zu viele junge Damen, die null Interesse zeigen an häuslicher und kulinarischer Sinnlichkeit, sondern ihre jungen Männer eher verhungern lassen, als sie etwas kartoffelstockmässig zu verwöhnen und sich bei Kerzenlicht sogar ins kleine Schwarze stürzen würden ..... !! — Es würde mir wahrscheinlich nicht so weh tun, wenn nicht meine zwei Söhne sogar in dieses Fettnäpfchen gestampft wären, kopflos, und entweder selber kochen oder in die Beiz gehen müssen. — Sie sind nicht die einzigen, meine Söhne, auch die meiner Freundinnen sind betroffen, und ich frage dich, liebe Kafi, was ist eigentlich los mit diesen jungen Frauen ? Warum ernähren sie sich fliegend oder viel zu fettig und sind dann superdünn oder rundlich bis zum Geht nicht Mehr ....... ? — Vielleicht kannst du mich etwas beruhigen, liebe Kafi, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, wo die häusliche Heimeligkeit so noch hinführt, wenn in den Familien nur noch nebenbei gefuttert wird ........ ?? Ganz herzlich Béatrice, 64

29. September 2014
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Liebe Béatrice

Als ich Ihre Frage gestern gelesen habe, ist mir im ersten Moment die Luft weggeblieben. Die Spucke übrigens auch. Darum war es nur gut, dass ich diese vielen Frage- und Ausrufezeichen und die vielen ... erst einmal eine Nacht lang habe sacken lassen, bevor ich mich an die Antwort gemacht habe.

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Meine liebe Frau Freitag, warum sind Begegnungen auf dem Damen-WC (die eine verlässt das stille Örtchen und die Nachfolgerin huscht hinein, - kurzer Blickkontakt) immer von einem leicht verschämten Lächeln auf beiden Seiten begleitet? Tinka, 27

23. September 2014
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Meine liebe Tinka

Toiletten sind für mich der Inbegriff vom 4D Kino. Man kommt rein, sieht, riecht und fühlt, was der Letzte hinterlassen hat. Das ist der reinste Terror. Jedenfalls für mich, die eher an einem Darmverschluss sterben würde, als in einem Romantikhotel, wo die Badezimmertür nicht komplett luft- und geräuschdicht abschliesst und der Liebste auf dem Bett fläzt, zur Toilette zu gehen.

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