Jahr-Archiv: 2012

Liebe Frau Freitag, mich quält regelrecht die Frage: Wie finde ich raus, ob Kind ja oder nein. Ich habe Angst, dem Kind nicht gerecht zu werden und ehrlich gesagt auch davor, selber dabei vor die Hunde zu gehen oder noch schlimmer: keine Bindung zu ihm aufbauen zu können und bereits während der Schwangerschaft schon in Panik verfalle. Ich möchte einfach nicht die falsche Entscheidung treffen, sei des dafür oder dagegen. Derweil stelle ich es mir so schön vor, eine Familie zu haben! Aber der Anteil Angst überwiegt, nicht zu letzt weil fast alle frischgebackenen Mütter in meinem Umkreis - selbst die, die schon immer sicher wussten, dass sie ein Kind wollen! - eher depressive Stimmung verbreiten und meinen, wenn sie das gewüsst hätten, hätten sie es sich wahrscheinlich noch einmal überlegt... Man kann es einfach nicht ausprobieren, das ist vermutlich wie ein Sprung vom 10 Meter-Brett. Entweder - oder. Oder? Lieben Gruss und Dank. Kati, 32.

31. Oktober 2012
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Liebe Kati

Wenn sich alle so viele Gedanken und Sorgen machen würden wie Sie, dann hätten wir nicht mit der Überbevölkerung zu kämpfen, sondern schon bald mit dem Gegenteil. Kinder sind anstrengend und Kinder können die elterliche Beziehung killen und Kinder rauben einem mit Sicherheit den letzten Nerv. Aber gleichzeitig geben einem Kinder auch etwas, was einem niemanden anders geben kann, nämlich einen verdammt guten Grund zu leben und eine sinnvolle Aufgabe, die viele weniger sinnvolle in den Schatten stellt.

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Liebe Kafi, unglücklicherweise findet mein Geburtstag dieses Jahr an einem Sonntag statt. Noch unglücklicher ist, dass ich diesen mit meinen Stiefsohn teilen muss. Nur das wir uns richtig verstehen: ich bin nicht die Stiefmutter von Schneewittchen. Da erfahre ich gestern - nachdem ich ein wenig nachgeforscht habe - von meinem Partner, dass er für diesen Tag (mein und Stiefkinds Geburtstag) Tickets für einen Fussballmatch für sich und seine Kinder!!!! organisiert hat (ohne mich auch zu fragen). Da seine zwei anderen Kinder selten hier sind, verstehe ich natürlich, dass er viel und intensiv mit ihnen zusammen sein will, fühle mich aber trotzdem total ausgeschlossen und irgendwie zur Seite geschoben. Ich hätte mir gewünscht (wieder typisch Paarproblem von zu hohen Erwartungen), dass er etwas für uns alle organisiert (inklusive meiner 2 Kinder). Ein schöner Brunch mit Kuchen oder was weiss ich. Wirklich nichts aufwändiges. Aber statt dessen fragt er seinen Sohn (15), was er gerne an diesem Tag machen wolle. Dieser äusserte natürlich zu Recht seinen Wunsch nach Fussballmatch, ohne dabei sogar darauf hinzuweisen, dass doch auch mein Geburtstag sei. Hätte ich nicht gefragt, hätte ich es wahrscheinlich noch am Tag selber erfahren. Ich habe somit nur noch wenig Zeit, ein Programm für mich alleine am Sonntag zu organisieren. Ich habe auch wirklich überhaubt keine Lust, mich später als Entschädigung zu einem Essen ausführen zu lassen (was er jetzt will). Am liebsten würde ich mich total zurückziehen und alleine sein. Bin ich kindisch? Und was soll ich tun? Noch ein Detail: seine älteste Tochter (17) wohnt voll bei uns und ich bin genauso involviert mit Erziehung und Fürsorge. Meine Kînder sind älter und wohnen in WG's. Verena, ?

26. Oktober 2012
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Liebe Verena

Ich wäre an Ihrer Stelle auch beleidigt und mit ziemlicher Sicherheit würde ich das abendliche Wiedergutmachungsessen in der Gekränktheit am liebsten auch ablehnen. Und zwar erhobenen Hauptes. Dabei ist die Sachlage, bei näherem Hinsehen und mit etwas kühlem Kopf, gleichzeitig recht einfach und höchst kompliziert.

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